Fehlerstromschutzschalter

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Innenschaltung eines FI; Quelle: de 4/2009
Innenschaltung eines FI; Quelle: de 4/2009

Der FI (auch: FI-Schalter) vergleicht den Strom, der in die Anlage fließt mit dem, der wieder heraus fließt. Beim Überschreiten eines Grenzwertes innerhalb einer definierten Zeitspanne löst er aus. Das wird dadurch erreicht, dass alle aktiven Leiter durch den Ferritkern geführt werden und der PE nicht. Alle erzeugten Magnetfelder des Hin-Stromes werden durch die entgegengesetzt ausgerichteten Felder des Rück-Stromes ausgeglichen, sofern dieser genauso groß ist - siehe Zeichnung.

Der FI kann mit einem Leitungsschutzschalter kombiniert sein und ergibt dann einen FI/LS.

Frontansicht eines FI/RCD
Frontansicht eines FI/RCD

Der FI hat im Niederspannungsbereich meist drei, manchmal 4 oder 5 Amperezahlen genannt:

  • Bemessungsstrom In: Er bestimmt die Größe der maximalen vorgeschalteten Sicherung (siehe RCCB) bzw. ist die Nenngröße der eingebauten Überstromschutzeinrichtung (siehe RCBO). Beispiel auf dem Foto: In ≤ 25 A
  • Bemessungsfehlerstrom I∆N: Die Kommazahl nennt die Fehlerstromgröße, bei der der FI in einer bestimmten Zeit auslösen muss. Bsp. aus dem Heimbereich: I∆n ≤ 30 mA in 0,2 sec; Beispiel auf dem Foto: I∆n ≤ 300 mA; weitere Beispiele für die Staffelung siehe RCBO
  • Bemessungsschaltvermögen Icn; ACHTUNG! Unterschiedliche Definitionen! siehe auch: Energiebegrenzungsklassen bei RCBO

Variante A) Das ist der effektive Wechselstromanteil, den das Gerät unter festgelegten Bedingungen einschalten, führen und ausschalten kann. Beispiel auf dem Foto: 1000 A

Variante B) Eine Zahl im tausender Bereich, die die Stromtragfähigkeit der Innenschaltung wiedergibt. 10000 bedeutet bspw.: Er kann vor der Zähleinrichtung eingesetzt werden; 6000 - nach dem Zähler. Beispiel auf dem Foto: 10000 A

  • Stossstromfestigkeit: Sie bezieht sich auf den Impulsstrom 8/20 µs. Das ist die CLASS II-Schutzebene (ehemals Mittelschutz). Der vorgeschaltete Blitzstromableiter und der Überspannungsableiter müssen entsprechend ausgelegt sein, damit es nicht zur Zerstörung des Gerätes beim Eintreffen eines Transienten kommt. Beispiel auf dem Foto: 100 A
  • Bemessungskurzschlussstrom: ACHTUNG! Unterschiedliche Definitionen!
Normgerechter Einsatz/Einbau von RCD nach DIN VDE 0100-410 und DIN 18015 (Stand: 2008); Quelle: de
Normgerechter Einsatz/Einbau von RCD nach DIN VDE 0100-410 und DIN 18015 (Stand: 2008); Quelle: de

Bei der Beschaltung ist zu beachten, dass die Einspeiseseite die vom FI abgeschaltete Seite ist, damit auch der FI mit seiner Innenschaltung vom Netz getrennt wird. Herstellerabhängig ist diese Seite oben ODER unten - Schaltungsaufdruck beachten!

  • Gegenüber dem Differenzstromschutzschalter (DI) kontrolliert er netzspannungsunabhängige Geräte.
  • FI und DI sind RCCB.
  • Der FI und seine Kombination mit einem Überstromschutz (FI/LS) sind RCD.

Damit der frühere FI eindeutig beschrieben ist, wird die Bezeichnung FI/RCD benutzt. Die Auslöseschwelle des FI/RCD beginnt bei 0,4 * IFN – in Abhängigkeit von der Kurvenform. Steck­dosen im Freien bzw. Steckdosen < 20 A Bemessungsstrom müssen (z.B.) mit IFN <= 30 mA geschützt werden.

Einteilung nach überwachter Stromart

Symbol

Typ

Auslöse-Fachbegriff

Auslöse-Verhalten

Bild:FI_RCD_AC.gif

AC

wechselstromsensitiv

löst bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen aus

Bild:FI_RCD_A.gif

A

pulsstromsensitiv

löst außer bei Wechselströmen auch bei pulsierenden Gleich­fehlerströmen aus

Bild:FI_RCD_B.gif

B

allstromsensitiv

löst außer bei Wechselströmen auch bei pulsierenden und glatten Gleich­fehlerströmen aus


Einteilung nach Auslöseverzögerung

  • allgemein; nicht-selektiv;
  • selektiv (Kennzeichen: S im Quadrat); kurzzeitiges Tippen der Prüftaste reicht nicht, da zeitverzögerte Auslösung (!);


detailliertere Abhandlungen zu allen Fehlerstromschaltervarianten, inklusive spezieller Typerklärungen siehe: RCD;



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